Kennzeichnung auf Packung oft irreführend

"Eine Tablette enthält 370 Milligramm Magnesiumhydrogenaspartat": Diese Angabe lässt viele Anwender denken, sie hätten ein hoch dosiertes Arzneimittel erworben. Doch man sollte sich nicht von großen Zahlen blenden lassen, denn es kommt auf den Gehalt an reinem Magnesium an, und der beträgt bei diesem Beispiel gerade mal 25 Milligramm! Es müssten also zehn bis 20(!) Tabletten eingenommen werden, um die pro Tag empfohlene Menge von mindestens 300 Milligramm Magnesium für Erwachsene zu sich zu nehmen.

Das Beispiel zeigt, dass es nicht genügt, einen sinnvollen, gut bioverfügbaren Magnesiumkomplex zu kaufen, auch die Dosierung muss adäquat sein.

Sehr häufig enthalten Produkte aus Drogerie oder Kaufhaus jedoch das weniger bioverfügbare Magnesiumoxid. Es ist preiswert und häufig nicht als Medikament sondern als Nahrungsergänzungsmittel zugelassen. Hinzu kommt, dass es auch bei Sodbrennen eingesetzt wird, da es säurebindend ist und als Nebenwirkung Durchfall und weiche Stühle verursacht. Diese beiden Wirkungen sind jedoch nicht erwünscht, wenn Magnesium zugeführt werden soll, um Herz und Muskeln zu stärken.

Doch auch bei Markenprodukten aus der Apotheke lohnt sich ein genauer Vergleich. Einer der Marktführer der apothekenpflichtigen Magnesiumprodukte bietet sein Mittel einmal als Dragee und einmal als Granulat an. In beiden ist eine sinnvolle Magnesiumverbindung enthalten, das Magnesiumcitrat: Das Granulat 300 bzw. sogar 400 Milligramm reines Magnesium, in den Dragees sind gerade mal 40 Milligramm. Häufig wird der Magnesiumgehalt auch in der Einheit Mol oder mmol angegeben. 1 mmol Magnesium entspricht 24,3 mg.

Auch bei Zinkprodukten, die gerade in der kalten Jahreszeit das Immunsystem unterstützen, sollte genau auf die Packung geschaut werden. Im Supermarkt, in der Drogerie oder der Apotheke werden zahlreiche Zinkprodukte mit verschiedenen Zinksalzen in allerlei Preisvarianten angeboten, die zum Teil gravierende Unterschiede in der Bioverfügbarkeit aufweisen. Kein Wunder, wenn man da nicht mehr durchblickt!

Die im Handel befindlichen Produkte enthalten Zink entweder als Komplex mit organischen Aminosäuren oder in Form anorganischer Salze. Einig ist man sich, dass die organischen Zinkformen wirksamer sind als die anorganischen.

Zink-Bisglycinat (Komplex mit organischer Aminosäure) oder Zinkorotat etwa – hier ist das Zink an die vitaminähnliche Substanz Orotsäure gebunden – sind gut verträglich und bieten eine optimale Aufnahme vom Körper. Ein weiterer wichtiger Aspekt für die Wirksamkeit ist eine ausreichend hohe Dosierung (5 mg bis 25 mg) pro Arzneiform. In Ihrer Apotheke vor Ort informiert Sie Ihr Apotheker gern über einen von Ihnen gewünschten Wirkstoff, seine Besonderheiten und Dosierung.